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Wann beginnt die Blattzeit beim Rehwild? Zeitraum, Anzeichen & Einflussfaktoren
Wann die Blattzeit beim Rehwild beginnt, lässt sich nicht auf einen festen Kalendertag festlegen. Die Rehbrunft setzt in vielen Revieren etwa ab Mitte Juli ein und reicht meist bis Anfang oder Mitte August. Die eigentliche Blattzeit liegt jedoch häufig etwas später innerhalb der Brunft, wenn bereits viele Ricken beschlagen sind und die Böcke aktiver nach brunftigen weiblichen Stücken suchen. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie den Beginn der Blattzeit im Revier erkennen und welche Faktoren den richtigen Zeitpunkt beeinflussen.
INHALT
▼ Was ist die Blattzeit?
▼ Beginn der Blattzeit
▼ Einflussfaktoren auf die Blattzeit
▼ Verhalten des Rehwilds während der Blattzeit
▼ Fazit
▼ Häufige Fragen zur Blattzeit
Was ist die Blattzeit?
Als Blattzeit bezeichnet man den Abschnitt innerhalb der Rehbrunft, in dem das Blatten auf den Rehbock erfolgreich ausgeübt werden kann. Dabei werden mit einem Locker (genau genommen einem Blatter), bestimmte Laute nachgeahmt, etwa das Fiepen eines weiblichen Rehs oder Kitzes, um den suchenden oder territorial reagierenden Rehbock zum Zustellen zu bewegen. Besonders wirksam ist das Blatten meist dann, wenn bereits viele weibliche Stücke beschlagen sind und die Böcke aktiv nach weiteren brunftigen Ricken oder Schmalrehen suchen.
Hätten Sie’s gewusst?
Der Begriff „Blattzeit“ geht auf die traditionelle Verwendung eines Blatts zurück. Früher wurden Buchenblätter genutzt, um Fieplaute von Rehwild nachzuahmen. Heute kommen dafür meist spezielle Rehblatter zum Einsatz.
Wann beginnt die Blattzeit?
Es gibt keinen festen Starttermin für die Blattzeit. Die Rehbrunft beginnt in vielen deutschen Revieren etwa Mitte Juli und reicht meist bis Mitte August. Die eigentliche Blattzeit setzt jedoch häufig nicht exakt mit dem ersten Brunftgeschehen ein. Besonders erfolgversprechend wird das Blatten oft erst dann, wenn bereits viele Ricken und Schmalrehe beschlagen sind und suchende Böcke wieder stärker auf Fiep- und Locklaute reagieren. Es gibt hier aber einige Unterschiede und Feinheiten.
Den Beginn der Blattzeit ermitteln
Den Beginn der Blattzeit erkennt man am zuverlässigsten durch regelmäßige Beobachtung im eigenen Revier. Entscheidend sind weniger feste Kalenderdaten, sondern konkrete Anzeichen: Böcke sind häufiger auch tagsüber unterwegs, treiben Ricken oder Schmalrehe, wechseln unruhiger durchs Revier oder zeigen sich vermehrt auf Wildkameras. Auch sogenannte Hexenringe auf Wiesen oder Feldern können ein Hinweis auf intensives Brunftgeschehen sein. Wer Beobachtungen über mehrere Jahre dokumentiert, kann den passenden Zeitpunkt im eigenen Revier deutlich besser einschätzen.
Diese Faktoren beeinflussen die Blattzeit
Alter, Setzzeit, Wetter, Lage: Diese Faktoren sind entscheidend für den Anfang der Blattzeit.
1. Wer leitet die Brunft ein?
Die körperlich gut entwickelten Schmalrehe werden als erstes brunftig und diese leiten die Rehbrunft ein.
Ricken, die früher im Jahr gesetzt haben, werden in der Regel erst einige Wochen später wieder brunftig. Nach dem Setzen dauert es bei ihnen circa 70 Tage. Deshalb kann eine frühe oder späte Setzzeit auch den sichtbaren Verlauf der Rehbrunft und damit die Blattzeit im Revier beeinflussen.
Merke: Wer die Setzzeiten im eigenen Revier gut kennt und dokumentiert, kann den Verlauf der Rehbrunft besser einschätzen. Als grobe Orientierung gilt: Nach etwa 70 Tagen, werden viele Ricken wieder brunftig. So lässt sich der Beginn der Blattzeit zumindest näherungsweise errechnen.
2. Wetterbedingungen
Die Witterung beeinflusst vor allem, wie sichtbar und aktiv das Rehwild während der Brunft ist. Ein später Vegetationsbeginn, lange kühle Phasen oder ein harter Winter können sich auf Kondition und Setzzeit auswirken. Dadurch kann auch das Brunftgeschehen im Revier etwas später oder weniger auffällig verlaufen.
Auch während der Brunft selbst spielt das Wetter eine wichtige Rolle. Bei großer Hitze verlagert sich die Aktivität häufig stärker in die kühleren Morgen- und Abendstunden. An mäßig warmen, ruhigen Tagen kann Rehwild dagegen auch tagsüber aktiver sein.
Merke: Warmes Sommerwetter kann die Brunftaktivität begünstigen. Große Hitze führt jedoch häufig dazu, dass Rehwild vor allem morgens und abends aktiver ist.
3. Geographische Lage und Höhe
Die geographische Lage und die Höhe spielen ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Je höher und je weiter man nach Osten geht, umso später beginnt die Rehbrunft. Im russischen Ural startet die Blattzeit zum Beispiel ungefähr einen ganzen Monat später als in Deutschland.
Merke: Im Flachland geht die Blattzeit von circa Mitte Juli bis Mitte August. Die erfolgreichste Zeit zum Blatten fällt häufig in die zweite Hälfte dieses Zeitraums.
Verhalten des Rehwilds in der Blattzeit
Während der Blattzeit springen die Böcke nicht immer gleich gut. Doch woran liegt das und wann springen sie am besten?
Sind viele Ricken oder Schmalrehe brunftig, stehen reife Böcke oft fest bei einem weiblichen Stück und reagieren weniger zuverlässig auf das Blatten. Das ist häufig zu Beginn des sichtbaren Brunftgeschehens der Fall. Erst wenn bereits viele weibliche Stücke beschlagen sind, müssen die Böcke wieder stärker suchen – und genau dann kann die eigentliche Blattzeit besonders interessant werden.
Zu welcher Zeit sollte man Blatten?
Schreitet die Brunft voran, sind bereits viele weibliche Stücke beschlagen. Dadurch müssen Böcke größere Strecken zurücklegen, um noch brunftige Ricken oder Schmalrehe zu finden. In dieser Phase reagieren sie häufig deutlich besser auf das Blatten. Deshalb liegt die beste Blattzeit in vielen Revieren nicht ganz am Anfang der Rehbrunft, sondern eher gegen Ende Juli bis Anfang oder Mitte August.
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Zu welcher Tageszeit ist die Jagd in der Blattzeit am erfolgversprechendsten?
SBei ruhigem, nicht zu heißem Sommerwetter können Böcke während der Blattzeit grundsätzlich auch tagsüber auf das Blatten reagieren. Einen garantiert besten Zeitpunkt gibt es jedoch nicht. Entscheidend sind Revierverhältnisse, Störung, Witterung und die aktuelle Brunftaktivität.
Bei großer Hitze verlagert sich die Aktivität häufig in die kühleren Tageszeiten. Dann sind die frühen Morgenstunden und der späte Abend meist erfolgversprechender als die heiße Mittagszeit.
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Fazit zum Beginn der Blattzeit
Der Beginn der Blattzeit lässt sich nicht auf einen festen Tag festlegen. In vielen Revieren beginnt die Rehbrunft etwa Mitte Juli und reicht bis Anfang oder Mitte August. Die besonders erfolgversprechende Phase zum Blatten liegt jedoch häufig etwas später innerhalb der Brunft, wenn bereits viele Ricken und Schmalrehe beschlagen sind und die Böcke wieder aktiver suchen. Wer Wetter, Höhenlage, Setzzeit und konkrete Anzeichen im Revier beobachtet, erkennt den richtigen Zeitpunkt zuverlässiger als durch den Blick auf den Kalender allein.
Wir wünschen Ihnen Waidmannsheil für die Blattzeit.
Häufige Fragen zur Blattzeit
Die Rehbrunft beginnt in vielen Revieren etwa Mitte Juli. Die eigentliche Blattzeit, in der das Blatten besonders erfolgversprechend ist, liegt häufig etwas später, oft gegen Ende Juli bis Anfang August.
Die Rehbrunft reicht meist von Mitte Juli bis Anfang oder Mitte August. Die besonders erfolgversprechende Blattzeit ist innerhalb dieses Zeitraums oft deutlich kürzer und hängt stark vom jeweiligen Revier ab.
Nicht ganz. Die Rehbrunft ist die Paarungszeit des Rehwildes. Die Blattzeit bezeichnet den Abschnitt innerhalb der Brunft, in dem das Blatten auf den Rehbock besonders erfolgreich sein kann.
Häufig reagieren Böcke gegen Ende Juli und Anfang August besonders gut, weil dann bereits viele Ricken und Schmalrehe beschlagen sind und die Böcke aktiver nach brunftigen weiblichen Stücken suchen.
Typische Hinweise sind treibende Böcke, mehr Tagesaktivität, unruhige Wechselbewegungen, Hexenringe auf Wiesen oder Feldern sowie häufigere Aktivität auf Wildkameras.
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Lukas ist passionierter Jäger und bei Pirscher Shop Ansprechpartner für technische Themen rund um Optik, Nachtsicht und Zubehör. Er stammt aus einer Jägerfamilie und bringt sein Fachwissen täglich in die Produktberatung ein – kompetent, praxisnah und immer auf Augenhöhe mit den Kunden.
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