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Blattjagd: So blatten Sie erfolgreich auf den Rehbock
Die Blattjagd ist eine Form der Lockjagd auf den Rehbock und für viele Jäger ist das Blatten der absolute Höhepunkt des Jagdjahres. Während der Blattzeit ahmt der Jäger mit einem Rehblatter die Lautäußerungen des weiblichen Rehwilds oder eines Kitzes nach, um den Bock zum Zustellen zu bewegen. Damit das gelingt, müssen Zeitpunkt, Standort und Lockruf zusammenpassen. Der Nervenkitzel, wenn der Bock aufs Blatt springt, fasziniert auch uns jedes Jahr aufs Neue.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann die besten Chancen für die Blattjagd bestehen, wie Sie richtig auf den Rehbock blatten und welche Lockrufe sich für unterschiedliche Situationen eignen.
INHALT
▼ Was ist die Blattjagd?
▼ Wann ist die beste Zeit für die Blattjagd?
▼ Die beste Tageszeit
▼ Wie blattet man richtig?
▼ Die verschiedenen Lockrufe
▼ Wo sollte man blatten
Was ist die Blattjagd?
Die Blattjagd ist eine Form der Lockjagd auf den Rehbock. Dabei ahmt der Jäger während der Rehbrunft mit einem Rehblatter die Lautäußerungen von weiblichem Rehwild oder einem Kitz nach. Abhängig vom verwendeten Lockruf soll dadurch das Interesse, der Fortpflanzungstrieb oder das Revierverhalten des Bockes angesprochen werden.
Reagiert ein Rehbock auf den Lockruf, dann "springt der Bock aufs Blatt", er nähert sich also dem Standort des Jägers. Voraussetzung für eine erfolgreiche Blattjagd sind neben dem passenden Lockruf vor allem der richtige Zeitpunkt, ein geeigneter Standort und ausreichend Geduld.
Blattzeit und Blattjagd auf einen Blick
Unsere Infografik fasst die Grundlagen, den besten Zeitpunkt und die passenden Lockrufe für die Blattjagd zusammen.
Wann ist die beste Zeit für die Blattjagd?
Die Erfahrung zeigt: Der Beginn der Rehbrunft ist nicht automatisch der geeignetste Zeitpunkt zum Blatten. Die besten Chancen bei der Blattjagd bestehen häufig in der späteren Phase der Rehbrunft. Zu Beginn stehen viele territoriale Böcke bei brunftigen Ricken und lassen sich nur schwer durch Lockrufe ablenken. Junge oder revierlose Böcke können dagegen bereits früh auf das Blatten reagieren.
Sind im weiteren Brunftverlauf bereits viele weibliche Stücke beschlagen, müssen die Böcke intensiver nach noch brunftigen Ricken und Schmalrehen suchen. Genau das ist die beste Zeit für das Blatten. In dieser Phase reagieren sie häufig besonders gut auf passende Lockrufe. Abhängig von Region, Höhenlage, Witterung und dem jeweiligen Brunftverlauf liegt der aussichtsreiche Zeitraum meist zwischen Ende Juli und Mitte August.
Die beste Tageszeit zum Blatten
Während der Rehbrunft kann grundsätzlich zu jeder Tageszeit ein Bock springen. Besonders aussichtsreich sind häufig die Aktivitätsphasen am Morgen und am frühen Abend. Auch tagsüber und zur Mittagszeit kann die Blattjagd erfolgreich sein, sofern die Temperaturen nicht zu hoch sind.
Bei großer Hitze verlagert sich die Aktivität des Rehwildes meist stärker in die kühleren Morgen-, Abend- und Nachtstunden. Bei bedecktem Wetter oder nach einem Regenschauer können Böcke dagegen auch tagsüber aktiv sein. Starker Wind erschwert die Blattjagd, weil die Lockrufe weniger gezielt eingesetzt werden können und ein zustehender Bock durch Windgeräusche sowie bewegte Vegetation leichter überhört oder übersehen werden kann.
In Deutschland ist die beste Zeit zum Blatten ungefähr von Ende Juli bis Mitte August. Wann die Blattzeit genau beginnt und woran sich der richtige Zeitpunkt erkennen lässt, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Blattzeit beim Rehwild.
Wie blattet man richtig?
Heutzutage nutzt man für das erfolgreiche Blatten hauptsächlich moderne, künstliche Lockinstrumente aus Gummi, Holz oder Kunststoff.
Klassische Lockwerkzeuge zum Nachahmen von Brunftlauten wären zum Beispiel die Blätter von Buche oder Flieder. Auch ein einfacher Grashalm ist ein altbewährtes Werkzeug zum Anlocken von Rehwild.
Der große Vorteil moderner Locker ist, dass man diese deutlich einfacher bedienen kann, als die klassischen. Doch auch ihre Verwendung will geübt sein.
Es ist ratsam, den Klang der Lockrufe zu Hause (nicht im Revier!) mit Hilfe von Video- oder Audiodateien zu perfektionieren, bevor man versucht, einen Bock heranzublatten.
Die verschiedenen Lockrufe beim Blatten
1. Fiepen
Beim Fiepen ahmt man den Lockruf eines brunftigen weiblichen Stückes nach. Dieser ist im späteren Verlauf der Rehbrunft erfolgreicher, da brunftige Geißen dann rar sind.
2. Sprengfiep
Der Sprengfiep ist ein Laut, den die Geiß oder ein Schmalreh macht, wenn es von einem Bock getrieben wird. Dies lockt den Platzbock an, da er sich von einem konkurrierenden Bock bedrängt fühlt.
3. Angstschrei
Der Angstschrei hat die gleiche Wirkung wie der Sprengfiep. Beim Angstschrei erzeugt man einen Laut, den die Ricke oder ein Schmalreh macht, wenn es von einem anderen Bock stark bedrängt wird.
4. Kitzfiep
Der Kitzfiep wird verwendet, wenn der Bock bei einer führenden Geiß steht. Die Geiß steht dann auf den Kitzfiep zu und der Bock folgt nach.
Das gemeinsame Ziel all dieser Lockrufe ist, dass ein Bock auf die Lautäußerungen zusteht und in Schussdistanz kommt.
Der beliebteste Rehblatter
Ein Locker für die wichtigsten Rufe: Mit dem Lockschmiede Universal-Rehblatter mit Kitzfiep können Sie Rickenfiep, Sprengfiep und Kitzfiep erzeugen. Der realistische Klang und die einfache Bedienung machen ihn zu einem vielseitigen Begleiter während der Blattzeit.
Blattzeit-bereit: Rehblatter, Lockmittel, Tarnung & Co. für die erfolgreiche Blattjagd finden Sie in unserer Rubrik "Blattjagd-Ausrüstung".
Wo sollte man blatten?
Geblattet wird am bestem vom Hellen ins Dunkle, also vom Wald aus in Richtung Feld bzw. Wiese.
Denn der Bock springt eher von der offenen Fläche in die Dickung.
Beim Blatten auf Feldrehe kann man seinen Platz nach Möglichkeit in der Nähe von Mais- oder Getreideschlägen wählen.
Welche Jagdeinrichtungen eignen sich für das Blatten?
Grundsätzlich kann man alle Jagdmöglichkeiten nutzen, um auf den Rehbock zu blatten. Es gilt allerdings einige Dinge zu beachten.
Pirsch und Erdsitz beim Blatten
Blattet man beim Pirschen oder in einem Erdsitz ist es wichtig, auf eine gute Tarnung zu achten. Beim Pirschen ist es zudem besonders wichtig, lautlose Kleidung zu tragen. Denn Rehwild hat ein gutes Gehör und einen guten Gesichtssinn. Der Geruchssinn ist am besten ausgebildet. Daher ist es auch wichtig, möglichst geruchsneutrale Kleidung zu tragen.
Blatten auf Leitern und Kanzeln
Wird von einer Ansitzleiter aus geblattet, ist es wie beim Pirschen wichtig, auf eine gute Tarnung zu achten. Dies kann man bei geschlossenen Kanzeln vernachlässigen. Ein großer Vorteil dieser Jagdeinrichtungen ist es, dass man einen guten Überblick hat. So kann man anwechselndes Rehwild schon aus großer Entfernung sehen und ansprechen.
Beim Blatten in luftiger Höhe muss man jedoch mit Bedacht vorgehen, da der Rehbock den Schwindel sonst bemerkt. Wenn Sie beim Blatten den Kopf bewegen, fällt es dem Bock schwerer, die genaue Position des Jägers zu bestimmen.
Fazit zum Blatten: Erfahrung macht den Meister
Das Blatten auf den Rehbock ist eine Kunst für sich. Erfahrung spielt dabei eine große Rolle. Nach Möglichkeit sollte man erfahrene Altjäger aufsuchen und diese um Rat fragen. Perfekt ist, wenn man einen erfahrenen Bockjäger bei der Jagd begleiten darf. Dann heißt es, gut aufpassen. So kann man schnell hilfreiche Tipps sammeln und von der Erfahrung Älterer profitieren.
Lesetipp: Mehr Wissen zur Blattjagd finden Sie in unserer Jagdberater-Rubrik im Artikel "Blattzeit beim Rehwild: Alles Wissenswerte rund um die Rehbrunft"
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Lukas ist passionierter Jäger und bei Pirscher Shop Ansprechpartner für technische Themen rund um Optik, Nachtsicht und Zubehör. Er stammt aus einer Jägerfamilie und bringt sein Fachwissen täglich in die Produktberatung ein – kompetent, praxisnah und immer auf Augenhöhe mit den Kunden.